Stille Nacht, es weihnachtet sehr...

Menschen drängen sich behände

durch gefüllte Einkaufstempel.

In den Gängen Glühweinstände

und dazwischen Weihnachtskrempel.

 

Pyramiden drehn sich leise

und das Rachermannel raucht

Hier gibts für gesalzne Preise

alles, was man sonst nicht braucht.

 

Auch die Bratwurst schmeckt mir lecker

ist sie grad mal nicht verkohlt.

Und an Stand vom Stollenbäcker

mancher sich was Süßes holt.

 

Wenn die Blaskapelle schmettert

eingehüllt in Bergmannskluft

sich die Melodie verheddert

grausts dem Dichter in der Gruft.

 

Wehrlos liegt er in der Kiste

wo er einst die Ruhe fand.

Droben auf der Schunkelpiste

dröhnt Weihnachtsfrieden übers Land.

 

Stille Nacht, wo bist du hin,

was blieb von dir , noch als Rest?

Ruhe ist nicht mehr dein Sinn,

Weihnachten ist Einkaufsfest

 

Ist der Trubel dann vorbei,

Jahreswechsel auch geschafft

grüßt auch schon das Osterei

aus der Einkaufsmeilen Pracht.

 

Und das Ende vom Lied...

Die Waage steht wie angestemmt

bei einer Zahl, die man längst kennt.

 

Und pendelt sie auch hin und her,

am Ende ändert sich nichts mehr.

 

Doch könnte es auch schlimmer sein,

wenn größ're Zahlen stelln sich ein.

 

So hofft man nur, s ist bald vorbei,

die Zeit der großen Völlerei.